Viele können sich noch an die ersten relativ ungeschickten Versuche mit Nagellack erinnern. Manche von uns haben ihre Fähigkeiten weiterentwickelt. Andere, und zu dieser Gruppe gehöre ich, blieben in dieser Hinsicht auf dem Skill Level eines Volksschulkindes stehen. Beim Nägellackieren stelle ich mich ungefähr so geschickt an wie ein Elefant beim Stricken. Das hielt mich aber nie davon ab, Nagellack zu kaufen und immer wieder mein Glück damit zu versuchen.
Nagellack kann ein Outfit vervollständigen, ein Statement setzen oder auch einfach Understatement sein. Wenn man es denn richtig macht. Gelnägel sind nicht mein Geschmack, Shellack und Co. auch nicht. Ist Nagellack zum Aufkleben die Rettung? Ich habe den Manifix Test gemacht. Und weil mich niemand für die Review bezahlt, hier meine ungeschönten Erfahrungen:
Wo ist vorn, wo ist hinten?
Im Starterset der Schweizer Marke für UV-Nagelfolien ist schon alles enthalten, was man für den Beginn braucht: eine LED-Lampe zum Aushärten des High-Gloss UV-Top Coat, der Top Coat, Rosenstäbchen, Nagelfeile und wahlweise auch gleich Nagelfolie. Ich habe mich für Lily Rose, einem pudrigen Rosa-Ton, entschieden. Die Anleitung könnte einfacher nicht sein: Hände waschen und abtrocknen, in Form feilen, passende Nagelfolie auswählen, andrücken, Überstehendes abfeilen oder abschneiden, eine dünne Schicht Top Coat auftragen und dann 1 Minute unter der LED-Lampe aushärten.


Die perfekte Maniküre in ungefähr 15 Minuten, daheim und zum kleinen Preis? Count me in. Und was soll ich sagen? Ich bin überrascht, wie einfach das Ganze geht. Natürlich bemerke ich erst bei Nagel 7, dass die abgerundete Seite der Nagelfolie jene ist, die an die Nagelwurzel soll (mir muss man das doch wo hinschreiben!), drum finde ich das Resultat auf den Nägeln 1 bis 6 ein bisschen seltsam anmutend. Ein wenig zu offensichtlich wie aufgeklebt. Fairerweise muss man sagen, dass die Nägel 7, 8, 9 und 10 wirklich hübsch geworden sind.
4 Wochen Ruhe?
Die UV-Lampe wird überraschend warm; ebenso überraschend: tatsächlich härtet der UV-Top-Coat sofort aus. Tippen, Geschirr abwaschen, schreiben … Die Oberfläche ist fest, glatt und wirklich schön. Das Versprechen der Marke klingt wirklich zu gut, um wahr zu sein. Angeblich sollen die Nägel vier Wochen lang so ziemlich alles mitmachen, mit dem man im Alltag so konfrontiert wird. Und Alltag ist das Stichwort. Denn ein Festival Wochenende, auf dem ich mehrere hundert Getränke gezapft und Bratwürste geschnitten habe, überstehen sie tatsächlich relativ unbeschadet.


Erst beim Abbauen der Bierbänke und beim Kistenschleppen kommt es zu merklichen Kratzern. Ein anderer Nagellack hätte schon zwei Wochen vorher aufgegeben, wenn nicht noch früher. Das Abmachen der Folien funktioniert easy und rückstandslos. Einfach ein paar Tröpfchen Öl draufträufeln und mit dem Rosenholz-Stäbchen ablösen. Besonders toll ist, dass die Nägel komplett unbeschadet bleiben. Kein aggressiver Nagellackentferner greift die Oberfläche an.
Manifix Test Fazit
Schon nach der ersten Runde im Manifix Test bin ich restlos überzeugt: Die Nagelfolien sind praktisch und superschnell angewandt. Wenn man den Dreh raus hat (und sich finally merkt, dass das runde Ende zu einem schauen muss), ist das Ergebnis wirklich schön. Vor allem für Reisen ist der ausdauernde Nagellack zum Aufkleben eine wunderbare Lösung. Nichts splittert, nichts zerkratzt. Einfach genial.


Weil aber natürlich nichts absolut perfekt ist, jetzt zur Downside: dem Preis. Natürlich sind ca. € 17,– für vier Wochen Nagellack nicht wahnsinnig viel, wenn man die mit den Kosten für eine Maniküre von einer Fachkraft vergleicht. Zumindest in meinem Fall ist aber auch das Ergebnis nicht vergleichbar. Nimmt man ein Fläschchen Nagellack her, das so um die € 10,– kostet und mit dem man bei wöchentlicher Anwendung ca. ein Jahr auskommt, sind € 17,– dann schon wieder eine andere Nummer. Werde ich mir trotzdem auch noch andere Farben zulegen? Natürlich. Die Folien gibt’s nämlich nicht nur in Monofarben, sondern auch mit Mustern. Manifixen ist ein Skillset, das ich meistern werde. Ich glaube an mich.