Denkt man an einen Roadtrip, hat man vielleicht im ersten Moment Bilder vom Highway 1 oder der Route 66 vor Augen. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel über endlosen Straßen, Blicke auf die Küste. Soweit der Inbegriff einer Autotour. Doch wenn sich der Oktober seinem Ende nähert und alle Zeichen auf Halloween stehen, muss da schon etwas anders her.
Dann muss Nebel über Feldern wabern, es muss dämmern oder dunkel sein oder die ein oder andere Ruine eines Spukschlosses in der Ferne auftauchen. Ein bisschen horrende Geschichte obendrauf und schon bekommen gruselige Roadtrips ihr Krönchen aufgesetzt. Jetzt nur nicht mit dem Auto liegenbleiben und auf die Idee kommen, bei den “netten” texanischen Farmern mit der Kettensäge um Benzin zu fragen …
Schottland
Über der atemberaubenden Natur Schottlands liegt schon bei strahlendem Sonnenschein ein gewisses Maß an Mystik. Von den Glens bis zu den Lochs umwehen einen hier geheimnisvolle Aura und viel Geschichte. Man denke nur an das sagenhafte Ungeheuer von Loch Ness und das sehr reale Massaker von Glen Coe. Die hohe Dichte an Burgen und Schlössern und deren Ruinen sorgt für eine weitere Schicht Gänsehaut. Schätzungen zufolge kann man zwischen 1.400 und 3.000 Burgen, Festungen und Ruinen übers ganze Land verteilt finden.


Während unseres Schottland-Roadtrips hielten wir beispielsweise am prächtigen Stirling Castle, am Castle Menzies in Aberfeldy, das über besondere Spukqualitäten verfügt, an der verfallenen Old Muthill Church in Crieff, am Peterhead Prison und am Slains Castle. Autofahren in Schottland ist übrigens auch nichts, vor dem man sich fürchten müsste. Vorausgesetzt, man bucht bei SunnyCars seinen Mietwagen. Denn dann kann wirklich nichts schiefgehen. Wir haben es selbst ausprobiert.
Transsilvanien/Rumänien
Ja, wir wissen es. Transsilvanien in Rumänien ist nicht besonders happy über seinen Ruf als “Home of Dracula”. So richtig überraschend ist das nicht, denn die Region hat so viel mehr zu bieten als einen fiktiven blutrünstigen Grafen. Atemberaubende Natur, zum Beispiel. Doch spätestens, wenn Nebelschwaden über die Karpaten kriechen und die Bäume der dichten Wälder noch weiter zusammenzurücken scheinen, ist die Stimmung wieder dort, wo sie rund um Halloween halt sein sollte.


Neben dem Schloss Bran bei Brasov, das als Inspiration für Draculas Heimatschloss gilt und diesen Umstand sehr wohl monetär für sich zu nutzen weiß, ist das historische Sighișoara ebenfalls mit der Erzählung verknüpft. Hier lebte mit Vlad dem Pfähler ein besonders grausamer Herrscher und eine Art Inspiration für Bram Stokers Vampirfürsten. Westlich von Cluj-Napoca findet sich mit dem Pâdurea Hoia ein Wald, der als einer der unheimlichsten weltweit gilt. Deformierte Bäume, eine kreisrunde Lichtung, UFO-Sichtungen und verschwundene Menschen sind sein Beitrag zum gruseligen Roadtrip.
New England/USA
Der populärste aller Halloween Roadtrips führt durch den Nordosten der USA: es geht durch die New England States, die für ihre Pumpkin Patches, verfärbten Wälder und goldenen Herbsttage berühmt sind. Doch wenn sich die Nacht über die Felder senkt und flackernde Jack-o-Lanterns die Dunkelheit erhellen, ändert sich die Stimmung … Vor allem in der Stadt Salem in Massachusetts.


Sie ist bekannt für die Hexenprozesse von 1692, als über 200 Menschen der Hexerei beschuldigt wurden. Alles begann mit seltsamen Krampfanfällen der Tochter des Pfarrers. Sie verhielt sich absonderlich und kroch unter Möbel. Der Arzt vermutete Hexerei als Ursache. Schnell wurden drei Frauen als Schuldige ausfindig gemacht, es kam zu immer absurderen Anschuldigungen und “Beweisen” im Verlauf des Jahres, sodass letztlich 19 Menschen gehängt wurden und mindestens fünf weitere qualvoll zu Tode kamen. Scheiterhaufen gab es übrigens keinen, aber den Ort der Prozesse kann man immer noch besichtigen. Während der “Haunted Happenings” gibt’s jedes Jahr rund um Halloween ein ziemlich cooles Aktivitätenprogramm.