Wo Christopher Nolan draufsteht, ist Qualität drin. Und zwar ganz gewaltig. Frag nach bei der Dark Night Trilogie, Oppenheimer oder Inception, um nur einige ausgewählte Filme zu nennen. Was das Werk des britisch-amerikanischen Drehbuchautors und Produzenten sonst noch auszeichnet, ist seine Abneigung der KI gegenüber. Die hält er nämlich für “Unsinn”, wie er jüngst dem Stern verriet.
So ging Nolan beispielsweise für den Kassenschlager Tenent sogar soweit, lieber einen echten Jumbo-Jet in die Luft zu jagen, als ihn CGI gestalten zu lassen. Die Ergebnisse sprechen bildgewaltig für sich selbst. Auch für die Odyssee Drehorte kamen also nur reale Settings in Frage und die lieferten opulentes Filmmaterial unter teils extremen Bedingungen für die Crew.
Die äolischen Inseln


Die nordöstlich von Sizilien gelegenen Vulkaninseln Lipari, Vulcano und Basiluzzo sind UNESCO Weltkulturerbe. Sie liefern stilles Zeugnis der jahrtausendelangen Einwirkungen von Feuer und Gezeiten auf den Stein. Solcher Art entstand unter steter Veränderung eine spektakuläre Landschaft voll zerklüfteter Küsten und vulkanischen Erhebungen. Genau der richitge Ort also, um Odysseus Aufeinandertreffen mit Windgott Aiolos markant in Szene zu setzen. Die schwarzen Strände und rauchenden Krater des Archipels bilden den würdigen und, wenn man so will historisch korrekten, Rahmen für die schicksalhafte Begegnung, die das Schiff knapp vor Erreichen der Heimat nochmals einholen und die Reise deutlich verlängern sollte.
Die Odyssee Drehorte in Island und Schottland


Die beiden Ländern dienten Nolan als Kulisse für die düsteren Szenen des Films. So lieferte Island mit Hjörleifshöfði und dem Küstengebiet rund um Vik die passende Szenerie für die Unterwelt des Hades, wo Odysses Rat für seine Heimreise zu finden hofft. Wohingegen in Schottland vor allem die Klippenruine Findlater Castle als auch die Waldgebiete und Sanddünen von Culbin Forest und Culbin Sands den wuchtigen Background für dramatische Verfolgungszenen der Soldaten hin zum Meer lieferten.


Doch nicht nur die optische Darbietung bereicherten die beiden nordischen Staaten. Aufgrund der anspruchsvollen Wetterlage wurden Szenen am Wasser und bei Schiffslandungen zur Herausforderung. Genau das macht heute allerdings wohl einen Teil der Authentizität des Filmepos aus.
Der Peleponnes
Was könnte sicher besser als Odyssee Drehort eignen als die griechische Halbinsel? Christopher Nolan entschied sich wohl nicht ohne historische Hintergedanken dazu, den südgriechischen Landstrich zu einem der zentralen Orte seines Films zu machen. Die wunderschöne Landschaft und zahlreiche geschichtsträchtige Stätten bieten schließlich mehr als nur eine statische Kulisse. Hier lebt die Heldensaga förmlich.


Die Begegnung des Protagonisten mit dem Zyklopen Polyphem wurde in der echten Nestorhöhle gedreht. Und die ist wiederum ist direkt mit der altgriechischen Mytholgie verbunden. So versteckte hier der Sage nach Götterbote Hermes dereinst Vieh, das er seinem Halbbruder Apollon gestohlen hatte. Aber auch der traumhafte Voidokilia Beach, seines Zeichens einer der schönsten Strände in Griechenland und die Burg von Methoni bieten dem Werk einen tollen Rahmen.
Marokko


Um das alte Troja und somit den Beginn von Odysseus Irr- und Wanderfahrten wieder aufleben zu lassen, entschied sich der Starregisseur für das Dorf Aït-Ben-Haddou und die pittoreske marokkanische Atlantikküste als Drehorte. Da ja computeranimierte Spezialeffekte vermieden werden sollten, war für den Untergang Trojas einiges an bestehender sowie zusätzlicher Architektur vonnöten, um auch für ausreichend Zerstörung sorgen zu können. Beeindruckende 60 Bauwerke auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern wurden von insgesamt 2.000 Statisten bevölkert und schließlich vernichtet.
Das Meer
Eine Saga, in der es um jahrelange maritime Irrfahrten geht, spielt natürlich zwangsweise auch auf der See. Und Nolan, stets um Realismus bemüht, schreckte auch in diesem Fall nicht vor ungewöhnlichen Maßnahmen zurück. Um möglichst authentische Bilder einfangen zu können, erwarb er einen historischen Schiffsnachbau, der sowohl in puncto Materialien als auch Bauweise Schiffen der Antike entsprach.


Gedreht wurde, man ist geneigt zu sagen eh klar, auf dem Meer und nicht an Land oder im Studio. Egal ob im italienischen oder griechischen Mittelmeer oder im marokkanischen bzw. isländischen Atlantik, die jeweiligen Herusforderungen sorgten einmal mehr für herausragende Filmsequenzen.
Beitragstrailer: © Universal Pictures, eingebettet via YouTube