Erst Anfang September 2026 eröffnete mit dem Hôtel des Peintres im IX. Arondissement ein besonderes Hotel in Paris. Tief verwurzelt mit seiner Lage präsentiert sich das Haus im Herzen Nouvelle Athènes ohne Rezeption und als ruhiger Rückzugsort. Nicht nur seine Lage erzählt Geschichte und Geschichten. Auch die beiden Menschen hinter dem Boutiquehotel mit nur 17 Zimmern sind bemerkenswert.
Inspiration an jeder Ecke
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte Aufbruchsstimmung in der Pariser Kunstszene. Die Académie Julian und die Académie Colaross entstanden als moderner Gegenpol zur etablierten École des Beaux-Arts. Beide Akademien nahmen skandalöserweise auch Frauen auf. Sowohl sie als auch ihre männlichen Kollegen fanden Unterschlupf in der 38 rue de Bruxelles. Hier, in unmittelbarer Nähe zum Place Pigalle scheinen bis heute Kunst und Kultur in der Luft zu liegen.


Nicht weit entfernt von der Adresse, die heute das Hôtel des Peintres beherbergt, schrieb Émile Zola J’accuse, verbrachte der Komponist Hector Berlioz seine späteren Jahre und malte Claude Monet vor sich hin. Wer sich im Hôtel des Peintres einfindet, wohnt umgeben vom inspirierenden Geist der Vergangenheit. Die Lage ist perfekt, aber dennoch ruhig.
Umsichtiges Design
Ein besonderes Hotel in Paris lebt selbstverständlich nicht von längst vergangenen Zeiten. Da braucht es schon ein bisschen mehr. Dieses “Mehr” liefert das Interior Design des Hotels. Die visuelle Umsetzung übernahm niemand anderer las Antoine Fontaine. Er ist Set Designer von Weltruf: seine Arbeit umfasst Werke für die Opéra Royal de Versailles, die Scala und Sofia Coppolas Film Marie-Antoinette. Fontaine arbeitete mit der Architektin Agathe Chabolle an diesem Projekt. Chabolle hat ebenfalls einiges an Erfahrung vorzuweisen. Sie arbeitete gemeinsam mit Studio KO beispielsweise am ikonischen Chateau Marmont in Hollywood.


Das Ergebnis der Kollaboration zwischen Fontaine und Chabolle kann sich sehen lassen. Sie legten Wert darauf, dass nichts neu wirkt. Weder in den Zimmern noch in den öffentlichen Bereichen. Alle Gegenstände scheinen schon immer dagewesen zu sein. Französische Handarbeit trifft auf edle Materialien, zum Beispiel Plüsch und Seide von Lelièvre, Pierre Frey und Manuel Canova. 30 originale Gemälde, handgemachte Lampenschirme von Anne Sokolsky und Beschläge von Herbeau (Robert DeNiro ist ein Fan!) vervollständigen das Design.
Geheimer Garten in Paris
Das Herz des Hotel bildet ein geheimer Garten. Auf allen Seiten umschlossen ist er eine Oase der Ruhe. Das Plätschern der Fontäne unterbricht die Stille. Wenn man morgens mit Blick aufs Grün herrliche Croissants und Kaffee genießt, könnte der Start in den Tag friedlicher nicht sein. Abends ändert sich die Stimmung. Bei gedimmtem Licht genießt man ein hervorragendes Glas Wein und angeregte Unterhaltungen.


Was man sich erzählt? Zum Beispiel, welche Entdeckungen man tagsüber gemacht hat. Statt eines Concierge Services gibt’s nämlich bei der Ankunft den Guide du Flâneur. Er öffnet die Türen zu unbekannteren Museen und lädt zu Spaziergängen für Ästheten ein. Erdacht hat das Ganze Eigentümer Abel Nahmias. Der Filmproduzent hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Geist historischer Orte lebendig zu halten. Wir lieben es.