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JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, die Teilnehmerinnen JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, die Teilnehmerinnen

KI in der Spitzengastronomie: Zeit für den Gast

© Dominik Zwerger

Je stärker die KI wird, umso wichtiger wird der Gast.“ Mit diesem Leitsatz starteten 13 Frauen beim ersten großen JRE Female Network Day in einen zweitägigen Workshop rund um KI, Digitalisierung und Automatisierung. Was diese technischen Themen mit sterne- und haubengekrönter Spitzenküche zu tun haben? Eine ganze Menge, denn während in vielen der vertretenen Betriebe die Männer am Herd für kulinarische Überraschungen sorgen, halten die Frauen als Gastgeberinnen und Unternehmerinnen oft einen großen Teil des Familienbetriebs am Laufen. Mit allem, was hinter den Kulissen dazugehört. Wie KI in der Spitzengastronomie ihnen dabei Arbeit abnehmen und Abläufe erleichtern kann, damit beschäftigten sie sich zwei Tage lang bei den Unterwirtinnen in Ebbs in Tirol.

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KI entlastet hinter den Kulissen

Mails, Reservierungen, Dienstpläne: Bis ein Gast am Tisch sitzt, sind etliche Schritte zu erledigen. Das weiß auch Nina Fauland von wiasano, die den Workshop für das Female Network der “Jeunes Restaurateurs” (JRE) abhielt. Sie zeigte den Teilnehmerinnen, wo KI im Arbeitsalltag bereits unterstützen kann – und wo noch Potenzial ungenutzt bleibt. Berührungsängste mit ChatGPT & Co. gab es in der Runde kaum: Texte für Social Media und Newsletter erstellen, Antworten freundlicher formulieren, Speisekarten übersetzen oder ein Grundgerüst für Website-Texte bauen – vieles davon ist in den Betrieben bereits Alltag. Gleichzeitig war schnell klar: Die Möglichkeiten reichen deutlich weiter.

JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, KI-Workshop
© Dominik Zwerger
JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, KI-Workshop
© Dominik Zwerger

Doch weil die Teilnehmerinnen selbst generative Texte “furchtbar” finden (also genau die Formulierungen, die sofort klar machen, dass hier die KI und nicht der Mensch formuliert hat) stellten sie klar: “KI-Texte 1:1 übernehmen – das geht gar nicht! Weder bei Social Media-Postings noch beim hauseigenen Newsletter.” Gästen und Interessenten falle es freilich negativ auf, wenn die Kommunikation nach KI-Generiertem klingt.Viel mehr soll KI ihnen Inspiration liefern und immer wieder als Sparringpartner auf der Suche nach neuen Themen dienen.

JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, Pause im Garten der Unterwirtinnen
In der Pause wird Gehörtes nachbesprochen. © Dominik Zwerger
KI Workshop
In der Pause wird Gehörtes nachbesprochen. © Dominik Zwerger

Ganz oben auf der Wunschliste der Teilnehmerinnen stand die Hilfe neuer Technologien bei Aufgaben, die im täglichen Betrieb besonders viel Zeit kosten: Mails beantworten, Dienstpläne erstellen, Social Media planen oder Briefings für Agenturen und Berater vorbereiten. Gerade der Dienstplan sorgte für spontane Zustimmung in der Runde: „Das ist die schlimmste Aufgabe“, brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt.

JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, die Teilnehmerinnen
Die Teilnehmerinnen des Netzwerk-Treffens zu KI in der Spitzengastronomie. © Dominik Zwerger
Die Teilnehmerinnen des Netzwerk-Treffens zu KI in der Spitzengastronomie.
Die Teilnehmerinnen des Netzwerk-Treffens zu KI in der Spitzengastronomie. © Dominik Zwerger

Routineaufgaben und Ressourcen: KI in der Spitzengastronomie

“KI soll nicht zwischen Gastgeberin und Gast treten, sondern ihr mehr Raum für den Gast verschaffen”, so lautet das Wunschszenario von Workshopleiterin Nina Fauland. Und wie profitieren die Gäste von den technischen Neuerungen der jüngsten Vergangenheit? Im besten Fall vor allem mehr von ihren Gastgeberinnen. Denn wenn KI Routineaufgaben übernimmt, Mails vorbereitet oder bei Dienstplänen unterstützt, bleibt mehr Zeit für das, was sich nicht automatisieren lässt: persönliche Gespräche, individuelle Empfehlungen und echte Aufmerksamkeit.

JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie
© Dominik Zwerger
JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie
© Dominik Zwerger

Doch der Einsatz von KI stellt die Betriebe auch vor neue Fragen: Da jede Abfrage und jeder Auftrag an ChatGPT, Claude, Gemini & Co. Ressourcen wie Strom oder Wasser zur Kühlung von Servern benötigt, hat die KI-Verwendung wesentlichen Einfluss auf Prädikate wie “umweltfreundlich”, “nachhaltig” oder “grün”. Wer sich für Unterstützung von KI entscheidet, sollte also sorgsam und nicht inflationär mit ihr umgehen.

KI verändert Suchverhalten – auch nach Gastro-Tipps

Die Suche nach dem passenden Restaurant verändert sich durch KI ebenfalls. Statt sich durch Trefferlisten zu klicken, fragen Gäste sie zunehmend direkt nach Empfehlungen – etwa nach einem besonderen Restaurant für ein Wochenende oder einem Ausflugsziel samt hochkarätiger Einkehrmöglichkeit. Damit ein Betrieb in solchen Antworten überhaupt auftauchen kann, braucht es eindeutige und aktuelle Informationen im Netz. Website, Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, Tourismusplattformen und Medienberichte spielen dabei zusammen.

JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, Abendprogramm
Austausch, Bestärkung – und ein köstliches Abendprogramm liefert “Unterwirtin” Katrin Steindl. © Dominik Zwerger
JRE Female Network: KI in der Spitzengastronomie, Abendprogramm
Austausch, Bestärkung – und ein köstliches Abendprogramm liefert “Unterwirtin” Katrin Steindl. © Dominik Zwerger

Gastgeberinnen und Köchinnen bilden bei JRE ein Female Network

Die Teilnehmerinnen gehören dem Frauennetzwerk der “Jeunes Restaurateurs” (JRE) an, das sich nach diesem gemeinsamen Auftakt regelmäßig treffen möchte. So gibt es für die Frauen in der Spitzengastronomie einen eigenen Raum, in dem sie ihre Themen besprechen, sich austauschen und fachlichen Input abholen können.



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