Alle sind willkommen. Man muss nur wissen, es gibt halt keine Untertitel bei uns”, warnt Anna Buchegger und lacht. Die 27 Jahre alte Salzburgerin ist die künstlerische Leiterin des bodenst@ndig-Festivals, dem Singer-Songwriterin ihren Stempel aufdrückt. Ein Abend nur für die Salzburger? Im Gegenteil. Hier sind am 18. und 19. September alle willkommen, die Volksmusik komplett anders erleben und das Flair der Salzburger Festspiele weit hinter sich lassen wollen.
Weg mit den Klischees
Anna Buchegger kennt die Vorurteile. “Volksmusik ist was für Alte” – wenn sie das hört, schmunzelt sie, sagt nicht viel dazu und gibt nur einen kleinen Hinweis: “Da gibt es einiges zu erkunden.” Sie selbst ist das beste Beispiel. 2021 hat sie die Musik-Castingshow Starmania gewonnen; ihre Musik erreicht Zigtausende. Und zwar mit ganz anderen Tönen, als verstaubte Klischees erahnen lassen. Sie vereint Dialekt, Pop, Avantgarde in ihrer Musik. Ihr zweites Album “Soiz” geht voll ins Ohr, das dritte kommt bereits kommendes Frühjahr heraus.


Festival bodenst@ndig mit Wir-Gefühl und Herausforderndem
Auf der bodenst@ndig-Bühne wird es am Wochenende ebenfalls spannend klingen, wenn die Acts den Bogen zwischen Tradition und heute spannen (und gerne auch mal überspannen). Anna Buchegger mag es, durch die Volksmusik herausgefordert zu sein und sie wiederum auch selbst künstlerisch herauszufordern.
Den Kern von bodenst@ndig beschreibt die Abtenauerin (Salzburger Land) so: “Für mich ist wichtig, dass wir alle unsere Kultur mitgestalten. Nur so kann sie sich weiterentwickeln. Also sind alle willkommen, junge und weniger junge Menschen – denn Volksmusik und Tradition sind wirklich nicht nur für ein älteres Publikum spannend. Es gibt keinen Dresscode, dafür gemütliches Beisammensein. Man kann im Pyjama kommen oder im Dirndl.“


Anna Bucheggers Spiel mit Klang und Mode
Anknüpfen, Weiterführen und Erneuern klappen für Anna Buchegger auch über Mode (auf Instagram und Album-Cover herrlich nachzuvollziehen). “Ich grabe die Sachen meiner Mama aus und stöbere am Dachboden. Da merke ich, was Handwerk bedeutet. Ob Stickerei oder Rüscherl, ich bin ein großer Fan von Vintage-Käufen.” Bei ihren Konzerten sieht sie übrigens, dass immer mehr junge Leute Trachtenjanker anhaben oder sich ein Trachtentuch um den Hals binden.


bodenst@ndig ist für sie also also weit mehr als ein Festival. “Es ist eine Plattform, auf der musikalische Traditionen bewahrt und dabei mutig weitergedacht werden. So ist dieses Event ein Ort der Demokratie.”
bodenst@ndig 2026: Das Programm
Freitag, 18. September
Beginn: 18 Uhr, Einlass: 17 Uhr
Cordes y Butons sowie Wieder, Gansch & Paul
Samstag, 19. September 2026
Beginn: 18 Uhr, Einlass: 17 Uhr
ETHNO AUSTRIA, Ramsch&Rosen sowie Gschickt
Veranstaltungsort: Petersbrunnhof, 5020 Salzburg
Ticktes (ab € 17 Euro) und Infos: www.bodenständig.at