Das ehemalige Konstantinopel ist nicht nur die einzige Weltstadt der Erde, die sich über zwei Kontinente erstreckt, sie ist auch unglaublich reich an bewegter Geschichte. So war die türkische Metropole Hauptstadt des römischen, byzantinischen und osmanischen Reichs. Das merkt man erstens auch an vielen Ecken und Enden und zweitens macht ihr das gewiss so schnell niemand nach. Damit sich Gäste in der um die 20 Millionen Einwohnenden (so genau weiß das schließlich niemand) zählenden Megacity auch gut zu recht finden, haben wir einige hilfreiche Tipps für Istanbul zusammengestellt. Alle selbst getestet, versteht sich.
Zeitmanagement bei An- und Abreise
Der Istanbuler Flughafen IST ist, um es mit einem Wort zu sagen, riesig. Um den gesamten Prozess von Check-In über Sicherheitskontrolle (beim Abflug sogar deren zwei) bis hin zur Passkontrolle entspannt abwickeln zu können, sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Für einen internationalen Flug sprechen wir hier von gut 3 Stunden. Sollte es dennoch schneller gehen, bietet der neu errichtete Flughafen mit großzügigen Lounges und Durty Free-Stores aber vielfältig Gelegenheit die etwaige Wartezeit angenehm mit Window-Shopping zu verkürzen. In die City selbst benötigt man dann je nach Transportmittel und Zielort zwischen 50 und 70 Minuten.


Istanbul Touristpass
Die Anzahl der tollen Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse ist auf den ersten Blick überwältigend. Und so sollten sich Besuchende vorab zumindest einen groben Überblick über ihre persönliche Bucketlist verschaffen. Praktischerweise kann der Istanbul Touristpass dabei Unterstützung leisten. Via App vereint dieser nämlich die Eintritte zu den Hauptattraktionen der Stadt in sich. Ob Sunset-Bosporus-Schiffsfahrt, geführte Hagia Sophia-Tour, ein Besuch in den farbenfrohen Zisternen oder ein Turkish-Coffee-Workshop – beinahe nichts, das nicht unter den 120 inkluderten Aktiviäten zu finden wäre.


Den Pass gibt es in unterschiedlichen zeitlichen Geltungsbereichen ab € 49,–. Über die App buchen Benutzende Timeslots der jeweils gewünschten Veranstaltung ganz einfach im Voraus. Über einen QR-Code in der App lässt sich außerdem ein in 25 Sprachen aufliegender Audioguide downloaden. Den menschlichen Guide trifft man dann in unmittelbarer Nähe zur Sehenswürdigkeit. Je nach Event begleitet er sein Grüppchen entweder zur Tourismusattraktion oder auch inklusive Führung hinein. Grundsätzlich erspart man sich auf jeden Fall das Anstehen für den Ticketerwerb, eventuell kann es aber zu überschaubaren Wartezeiten hinter anderen geführten Gruppen kommen. Das Creditsystem dient übrigens nur der Missbrauchverhinderung und sollte auf gutgläubige Anwendende keine Auswirkungen haben.
Tipps für Istanbul: Besuch des asiatischen Teils
Zwar ist die Bezeichnung asiatisch in diesem Fall geografisch korrekt, jedoch sprechen Einwohnende Istanbuls lieber vom anatolischen Teil der Stadt. Und der ist nicht minder sehenswert als jener auf der anderen Seite des Bosporus. Zum Glück liegt ja nur eine kurze Fährfahrt zwischen den Stadtvierteln mit den weltberühmten Moscheen und Palästen auf der europäischen Seite und Kadiköy, das es uns besonders angetan hat, auf der anderen. Die kleinen bunten Gassen, das lebhafte gastronomische Treiben und die architektonische Vielfalt erfreuen die Herzen und Mägen der Besuchenden. So lädt beispielsweise die Karte des Asirlik Balik Restaurants dazu ein sich durch diverse türkische Köstlichkeiten zu schlemmern und dazu vielleicht den ein oder anderen Raki zu genießen.
Fisch Dürüm
Der enorme Fischreichtum des Bosporus und Maramameers lässt sich symbolisch an den unzähligen Fischenden, die bei wahrlich jedem Wetter die Galatabrücke bevölkern, erahnen. Selbstredend ein Umstand, der sich auch in den Speisekarten der Stadt widerspiegelt. Im Hafenviertel Kariköy finden sich im dichten Gassengewirr an vielen Ecken Fischbräter. Vor aller Augen und vor allem Nasen wird hier frischer Fisch hoch aromatisch gegrillt und einem Wrap mit viel Gemüse zu himmlischen Dürüm verarbeitet. Den genießt man dann am besten im Imbiss, oder, wenn es eilig ist, im Gehen. Dabei allerdings ist Vorsicht geboten, hat der Sud doch die Tendenz der Schwerkraft in die eigenen Hemdsärmeln zu folgen. Top-Tipp: Dazu ein Fläschchen Şalgam suyu genießen. Der milchsauer vergorene Rübensaft ist nämliche eine Delikatesse für sich.


Die Wahl des Hotels
An dieser Stelle dürfen wir gleich eine Lanze für das The Peninsula Istanbul brechen. Das 5-Sterne-Hotel in absoluter Premiumlage am Bosprus glänzt wirklich auf allen Ebenen. So groß Istanbul, so unterschiedlich sein Hospitality-Angebot in den verschiedensten Teilen der Metropole. Nicht weniger als 130.000 offizielle Betten erwarten Besuchende in der Stadt. Und die sollten vorab überlegen, unter welchem Motto der jeweilige Aufenthalt stehen soll. Denn jedes Viertel und somit jede Herberge hat unterschiedliche Charakterzüge aufzuweisen. Ob man sich in den quirligen und auch die Nacht über stark bevölkerten Straßen von Beyoğlu oder Kadıköy wohler fühlt, oder doch das ruhige Laleli bevorzugt, ist bei dieser Entscheidung durchaus von Bedeutung.
Souvenirs in der Stadt kaufen
Mit den beliebten Mitbrigseln ist es ja so eine Sache. Irgendwie gehört es ja dazu, seinen Liebsten das ein oder andere Stück aus dem Urlaub mitzubringen. Oder aber Erinnerungsstücke für das eigene Heim zu sammeln. Allzu oft ertappt man sich dann dabei doch nichts mitgenommen zu haben und nutzt die Gunst der Flughafen-Stunde als Gewissens-Prophylaxe. So weit, so gut. Doch können wir im Fall des Istanbuler Flughafens davon eher abraten. Die Preise für Turkish Delights oder andere Andenken sind beinahe unverschämt hoch. Zumindest in Relation zu den üblichen Preisen der Handelnden in der Stadt. Und wer bei diesen kauft, kann zumindest darauf hoffen, lokal zu shoppen.
Bosporus-Fahrt


Wie bereits erwähnt, sollte eine Bosporus-Cruise unbedingt auf die persönliche Itinerary. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Meerenge bei Nacht. Dann nämlich funkeln die Lichter der Häuser, Brücken und Moscheen der Großstadt um die Wette und bieten einen spektakulären Anblick. Sollte die Zeit für eine Dinner- oder Sunset-Tour jedoch nicht ausreichen, ist einer unserer Tipps für Istanbul eine abendliche Fährfahrt anzutreten. Zu diesem Zweck einfach eine Istanbulkart erwerben und sie mit ein paar Euro ausstatten. Bei der handelt es sich um eine wiederaufladbare Karte für sämtliche Öffis der Stadt. Erworben werden kann sie für knapp € 2,50 an gelben Automaten an den jeweiligen Stationen.
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