Schon im Jahr 2023 waren wir in Österreichs erstem Boho-Hotel zu Gast und haben hier von unserem Aufenthalt berichtet. Nun haben wir erneut eingecheckt und können von unseren Jufenalm Erfahrungen 2026 berichten. Fragen, Anmerkungen, eigene Meinungen? Unsere Kommentare unten sind offen.
Location
Österreichs erstes “Boho-Hotel” liegt in fast völliger Alleinlage in der Nähe des Ortes Maria Alm. Genauer: im Salzburger Land. Rundherum ist vor allem eines: wunderschöne und unberührte Natur. Von der Stadt Salzburg erreicht man die Jufenalm in etwas unter eineinhalb Stunden Autofahrt. Das Hotel liegt auf 1.150 Meter oberhalb des Steinernen Meeres.
Hier gibt es aus eigener Erfahrung nur noch eine wichtige Anmerkung: bei massivem Schneefall können die Anfahrt über die Hochkönigstraße und die letzten Meter zum Hotel sehr herausfordernd werden. Winterreifen sind ohnehin Pflicht; sofern man nicht über Allradantrieb und/oder ausreichend Fahrpraxis bei winterlichen Verhältnissen verfügt, sollten griffbereite Schneeketten mit ins Gepäck.


Stil & Charakter
Das seit den 1950er Jahren bestehende Hotel wird nun bereits in der vierten Generation von der Familie Rohrmoser geführt. Mit der grundlegenden Umgestaltung des Hauses in den angesagten, ausgesprochen Instagram-tauglichen Boho-Stil hat man sich ein in der Region Steinernes Meer rund um den Hochkönig einzigartiges Konzept zu eigen gemacht. Nachdem sich dieses bewährt hat, wurde 2025 ein weiterer Schritt in der Umgestaltung der Jufenalm gesetzt: mit einer massiven Erweiterung des Wellness-Bereichs, einem überarbeiteten Restaurant-Konzept und der Erweiterung um neue, großzügige Suiten will man das Gästeangebot auf ein neues Niveau heben.


Der schon 2021 etablierte Boho-Stil wird auch nach dem Umbau konsequent beibehalten. Viel Holz, Naturstoffe, Stroh, Trockenblumen und gedeckte Naturtöne schaffen eine angenehme und warme Atmosphäre. Großzügige Glasfronten und moderne Technik wiederum sind gekonnt integriert und sorgen für ein zeitgemäßes Flair, das überall sehr schnell vertraut wirkt. „Organisch“ ist wohl das richtige Wort, auch wenn es mich jetzt einen Euro für das Phrasenschweinderl kostet.
Ausstattung & Services
Hier hat sich bei der Umgestaltung am meisten getan. Wo früher ein singuläres Hotelrestaurant der Hotspot für das leibliche Wohl der Gäste war, hat man mit dem Umbau der ehemaligen Hirschenalm und ihrer Terrasse einen neuen, großzügigeren Kulinarik-Bereich geschaffen. Mit der Erweiterung um einen eigenen Frühstücks-/Loungebereich und der Abtrennung des À la Carte Restaurants (abends auch Dinner für Halbpension-Gäste) hat der gesamte Bereich deutlich mehr Licht und Raum gewonnen.


Die wohl spektakulärste Neuheit ist der 42 Meter lange, beheizte Edelstahl-Infinitypool, der sich fast über die gesamte Breite des Hotels erstreckt und einem vom warmen Wasser aus einen herrlichen Panoramablick beschert. Diese Ergänzung ist aber nur ein Teil der Erweiterung des treffend „Cloud Nine“ genannten Wellnessbereichs in der Jufenalm. Die schon bekannte Naturteich, die Außen-Whirlpools und heimeligen Außen-Finnensaunas werden seit Ende letzten Jahres nun auch durch ein Dampfbad, eine Kräutersauna, eine Eventsauna und unterschiedliche Ruhebereiche ergänzt. Alles sehr gemütlich, bequem und konsequent im selben Boho-Stil mit ausgesuchten Stoffen und naturbelassener Deko gestaltet.


Einzig etwas gewöhnungsbedürftig für Neuankömmlinge sind die recht verschachtelten Bereiche auf zwei Etagen. Das ist eben dem nachträglichen Umbau der alten Substanz geschuldet. Ebenso ist der kompakte Fitnessbereich mit Laufbändern, Ergometern und Hanteln nicht im Haus, sondern einer externen „Fitness-Box“ untergebracht. Stört aber nicht weiter, im Sommer sind die meisten Gäste ohnehin wandern oder biken, im Winter rodeln oder auf der Piste. Der Anschluss an die Rodelbahn direkt vorm Haus sowie ein Skiraum und das hauseigene Shuttle, das einen zur nächsten Talstation bringt und auch wieder abholt, ermöglichen stressfreie Erkundung des herrlichen Skigebiets Hochkönig.
Zimmer & Suiten
Ebenso ist mit neuen Suiten die Gesamtzimmeranzahl auf 38 gewachsen. So findet sich vom klassischen 2-3 Bett-Zimmer über die Gartensuiten bis hin zu den Sky- und Poolsuiten für alle Ansprüche und Gästeanzahl die passende Unterbringung. Von der integrierten Privatsauna bzw. Infrarotkabine über die freistehende Badewanne im Wohnbereich bis hin zum direkten, persönlichen Pool-Zugang gibt es je nach Kategorie solch außergewöhnliche Extras dazu.


Guter Wasserdruck, komfortable Betten und diverse nette Ausstattungs-Details wie Fußboden- und Spiegelheizung im Bad, funktionierende(!) Anbindung des eigenen Netflix-Accounts an das Zimmer-TV und lückenloses WLAN freuen den Gast. Und letzteres ist auch essenziell, denn aufgrund der Lage ist der Handyempfang hier eher bescheiden.
Essen & Trinken
Das Frühstücks-Angebot ist üppig. Vom selbstgebackenen Brot über die Station für Frühstückseier in allen Varianten bis hin zu lokalen Käse- und Fleisch-Spezialitäten und vielen veganen und vegetarischen Optionen fehlt es hier an nichts für einen genussvollen Start in den Tag.


Mittags und abends lässt es sich dann von rustikal bis raffiniert à la carte speisen. Die Portionen sind wirklich groß, unser Tipp sind die Bowls und die Lachsforelle im Aromabeutel. Begleitend dazu gibt es Alkoholfreies, wirklich gepflegtes Stiegl vom Fass oder eine kompakte, aber gekonnt kuratierte Auswahl an Weinen. Die hauseigene Bar serviert Klassiker ebenso wie Signature Cocktails, eine gute Auswahl an internationale Spirits sowie spezielle lokale Obstbrände.
Was wir lieben
Die Location, der Wellnessbereich und der generelle Vibe sind perfekt für eine romantische Auszeit, Instagram und klassischen Winterurlaub mit und ohne Ski. Ein ausgesprochen freundlicher und kompetenter Frontdesk sowie ausreichend Parkmöglichkeiten machen An- und Abreise herrlich unkompliziert. Und als Abschiedsgeschenk gab es noch einen warmen, ofenfrischen Laib selbstgebackenes Brot dazu! Auch super für Kinder: das Wildgehege neben dem Hotel, wo man Hirsche und Widder aus nächster Nähe bestaunen und füttern kann.


… und was nicht so
Luft nach oben gibt es noch stellenweise bei der Kulinarik. Das Wiener Schnitzel samt Erdäpfelsalat fanden wir eher enttäuschend, auch die vielleicht den vielen deutschen Gästen geschuldete Pilzsoßen-Menge am Hühnerfilet eher entbehrlich. Und wir hätten uns über mehr Informationen und aktive Beratung zur im Hotelpreis inkludierten Hochkönig-Card gefreut. Nach wie vor sollten Menschen mit Hausstaub-Allergie wissen, dass der Boho-Stil mit ihrem Wohnbedürfnis wohl nicht korreliert.
Fazit & für wen ist die Jufenalm geeignet?
Romantische Paare, Familienurlaub mit Kindern im Schulalter, begeisterte Schifahrer und Snowboarder sowie Hobby-Instagrammer.
Jufenalm
Jufen 10, 5761 Sonnberg, Salzburg/Österreich