Cider ist in aller Munde und genießt, sofern in hoher Qualität hergestellt, einen exzellenten Ruf. Der fermentierte Apfelsaft hat quer über den Globus eine treue Anhängerschaft. Als Herkunftsorte springen zumeist Großbritannien, Irland, Frankreich und Spanien ins Auge. Doch auch Österreich verfügt sowohl über das dafür benötigte Obst, als auch die technischen Voraussetzungen zur Gewinnung. Weiter verbreitet ist hierzulande allerdings der Most. Was es mit dem auf sich hat, wo die Unterschiede liegen und welchen Mostheurigen in Niederösterreich wir empfehlen können:
Was ist Most?


Grundsätzlich handelt es sich bei Most um Obstwein, der bereits den Kelten in seiner Urform bekannt und vertraut war. Der vergorene Fruchtsaft wird üblicherweise aus Äpfeln oder Birnen gekeltert, also gepresst. Das verwendete Mostobst hat einen höheren Gerbstoffanteil als übliches Speiseobst, schmeckt somit also oftmals bitterer. Wichtiges Merkmal für traditionell hergestellten Most ist auch, dass das Obst nicht gepflückt, sondern per Hand vom Boden aufgesammelt wird. Unvergorener, alkoholfreier Most wird in Teilen Österreichs übrigens als Süßmost bezeichnet. Und auch die Bezeichnung Most für noch unvergorenen Traubensaft ist in manchen Gebieten des Landes üblich. Der Hauptunterschied zum Eingangs erwähnten Cider liegt vor allem darin, dass letzterer spritziger und süßer ist.
Wo findet man Most?


Die Verbreitung des Obstweins erstreckt sich von Oberösterreich, Bayern und Baden-Württemberg über die Schweiz, Liechtenstein, Vorarlberg, Kärnten und die Steiermark bis ins südliche Burgenland und selbstverständlich das niederösterreichische Mostviertel. Hierzulande entfällt übrigens der größte Teil der Mosternte auf Oberösterreich, das für rund die Hälfte des Obstes verantwortlich zeigt. Platz zwei nimmt die Steiermark ein und erst auf Platz drei findet sich das Mostviertel.
Mostheurige in Niederösterreich


Der Heurige. Wohlfühlort und Filmkulisse gleichermaßen. Alles geht zurück auf ein kaiserliches Dekret aus dem Jahre 1784. Damals gestattete Joseph II mit dem sogenannten Buschenschankpatent Bauern erstmals den Verkauf von selbst produzierten Speisen, Wein und Most auf ihrem Hof. Daraus entwickelte sich beispielsweise die berühmte Wiener Heurigenkultur, die seit dem Jahr 2019 Teil des immateriellen Welkulturerbes der UNESCO ist. Und auch in Niederösterreich, dem flächenmäßig größten österreichischen Bundesland wird das gesellige Beisammensein seit jeher gewürdigt und gepflegt. So wundert es auch nicht, dass sich insbesondere Mostheurige in Niederösterreich bis zum heutigen Tag reger Beliebtheit erfreuen


Doch was zeichnet einen guten Mostheurigen aus und was hat er zu bieten? Im Mittelpunkt steht hier, nomen est omen, der Most anstatt des Weins. Meist werden mehrere Arten angeboten: Vom lieblichen Obstmost über den herberen Birnenmost bis hin zu beliebten Mischvarianten mit Limonaden reicht das Angebot. Mindestens ebenso wichtig aber die Speisen. Deftige Hausmannskost wie Schweinsbraten, Knödelvariationen oder Schnitzelgerichte bilden ebenso die nötige Unterlage wie kalte Platten und die Brettljause. Einer unserer liebsten Mostheurigen, der Perbersdorfer Mostheurige, bietet beispielsweise gegen Vorbestellung das sogenannte Reindl Buffet an, in dem vor allem Fleisch-Liebhabende voll auf ihre Kosten kommen.