Die einstige Residenz von Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha unterzieht sich aktuell ja einem Relaunch. Sobald der abgeschlossen ist, erstrahlt das luxuriöse Anwesen ab Sommer wieder im neuen Glanz. Fortan soll es als erlesenes Private Guesthouse fungieren. Ein Glück, dass gastronomisch Interessierte nicht solange warten müssen, um in den Genuss der Künste von Silvio Nickol im Palais Coburg zu kommen. Denn in den diskreten Mauern des altehrwürdigen Bauwerks steht in den kommenden Wochen ein saisonaler Chef’s-Choice-Abend mit Küchenbesuch auf dem Programm.
Wer ist Silvio Nickol?
Der aus dem deutschen Ort Hoyerswerda stammende Küchenchef kann eine Reihe hoch prämierter Stationen in seiner Vita aufweisen. So schwang er den Kochlöffel bereits im mit zwei Michelin Sternen prämierten Wald- & Schlosshotel Friedrichsruhe und war Chef de Partie in der Schwarzwaldstube, die sogar mit nicht weniger als drei Sternen ausgezeichnet ist. Seit 2011 zeichnet er für die lukullische Ausrichtung des Palais Coburg verantwortlich. Bereits schon nach nur kurzer Schaffenszeit sorgte er dafür, dass die JurorInnen des Guide Michelin seit dem Jahr 2012 die Küche des Silvio Nickol Gourmet Restaurant mit zwei Sternen als hervorragend einstuften und dies bis zum heutigen Tage tun.


Was erwartet Gäste bei Silvio Nickol im Palais Coburg?
Besuchende werden mit der “Carte Blanche” (wörtlich: “freie Hand”) dazu aufgefordert den kulinarischen Abend passieren zu lassen. Das Konzept ist heute selten geworden, hat aber seinen Reiz. Denn es bietet die einmalige Möglichkeit im intimen Rahmen mit nur wenigen Tischen die Arbeitsweise des Chefs näher kennenzulernen und eventuell die eigene gastronomische Komfortzone ein wenig zu verlasssen. Wem das allerdings so gar nicht zusagt, der hat bei der Reservierung die Möglichkeit das reguläre Menü zu buchen. Und das ist ja bekanntlich alles andere als schlecht oder gewöhnlich.
„Wir bieten dieses Erlebnis bewusst nur für wenige Tische an. Bei der Reservierung entscheiden sich unsere Gäste im Vorhinein, ob sie unser reguläres Menü genießen oder sich auf einen Abend ohne klassische Menükarte einlassen möchten. Die Idee dabei ist, das Menü nicht zu verändern, sondern sich ganz auf den Moment und unsere Auswahl einzulassen. Selbstverständlich berücksichtigen wir, wenn jemand kein Fleisch isst oder bestimmte Produkte nicht verträgt. Grundsätzlich geht es aber darum, sich überraschen zu lassen. So schaffen wir einen Rahmen, in dem wir uns jedem Tisch mit voller Aufmerksamkeit widmen können.“
Wer dem Küchenchef die Speisenfolge überlässt, darf sich auf ein Galadinner in sechs Akten freuen. Die leere Menükarte liegt bereit, um Eindrücke und persönliche Notizen festzuhalten. Als Schlussakkord führt der Weg in die Küche. Der Blick hinter die Kulissen sorgt für ein würdiges Ende eines sicherlich gelungenen Abends und dafür, dass der Austausch zwischen Küchenteam und Gast nicht zu kurz kommt.


Wann findet die Carte Blanche im Palais Coburg statt?
Buchungen werden ab sofort entgegengenommen. Der erste aktuell reservierbare Tag ist der 17.3.2026. Nach unserer Recherche soll die Möglichkeit zumindest bis Juli dieses Jahres jeweils von Dienstag bis Samstag bestehen. Zur Auswahl stehen verschiedene Zeitfenster zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr. Orchestriert wird der Abend übrigens von Florian Daube, der gemeinsam mit seinem eingespielten Team die Ideen Nickols stets bravourös umsetzt.
Der Weinkeller


Der Weinkeller im Palais Coburg ist legendär. So legendär sogar, dass die Weinkarte im Jahr 2014 vom britischen Magazin „The World of Fine Wine“ als Beste Weinkarte der Welt ausgezeichnet wurde. Auch beim freien Menü kommen die flüssigen Trauben keinesfalls zu kurz. Vom Teller in den Keller, so das geflügelte Leitmotiv. Die historischen Kellergewölbe beherbergen nämlich nicht weniger als 5.000 Positionen oder 60.000 Flaschen aus vier Jahrhunderten und die wollen schließlich getrunken werden.