Ist Kaffee gesund? Eine viel diskutierte Frage nähert sich immer mehr ihrer endgültigen Beantwortung. Das Kultgetränk mit äthiopischem Ursprung ist viel mehr als ein Muntermacher, soviel steht fest. So trinken es die einen, um mit einer Tasse dampfenden Glücks erfolgreich und vor allem munter in den Tag zu starten.
Andere versinken geradezu in die, je nach Neigung, bitteren, nussigen, sauren oder süßen Geschmacksnoten ihrer Espressi. So vielfältig die einzelnen Geschmacksrichtung, so variantenreich auch die Zubereitungsarten und Röst- bzw. Mahlgrade der Bohne. Da wundert es eigentlich nicht, dass auch das Heißgetränk selbst ruhigen Gewissens als wahrer Tausendsasser bezeichnet werden kann.
Kaffee – Eine kurze Kulturgeschichte
Was heute aus der meisten Menschen Leben kaum noch wegzudenken ist, hat eine lange Reise hinter sich. Der Legende nach wurde Kaffee zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert von einem Hirten im Königreich Kaffa, das im heutigen Äthiopien liegt, entdeckt. So soll er eine Beobachtung seiner bis in die Nacht munteren Ziegen in Zusammenhang mit dem Verzehr roter Früchte gebracht haben. In weiterer Folge gelangte der Kaffee vermutlich über Sklavenhändler auf die arabische Halbinsel.


Dort wurde er ab Mitte des 15. Jahrhunderts mehr oder weniger in seiner heutigen Form getrunken. Handelszentrum war damals übrigens die jemenitische Hafenstadt Mocha – auch Mokka genannt. Das Wort Kaffee lässt sich bis auf das arbische qahwa zurückverfolgen. Über das türkische kahve gelangte es schließlich ins italienische caffè und von dort ins französische café.
Ist Kaffee gesund? Soviel steckt wirklich in ihm
Grundsätzlich ist Kaffee ein psychotropes, diuretisch wirkendes und koffeinhaltiges Getränk. Das bedeutet, dass die Wirkstoffe einerseits die Psyche beeinflussen, die Niere aktivieren und andererseits die Nerven anregen. So weit, so gut. Zu den zahlreichen bekannten positiven Effekten, die dem Getränk zugeschrieben werden, zählen unter anderem die folgenden: Verringertes Gesamtsterblichkeitsrisiko, geringeres Risiko an bestimmten Krebsarten oder neurologischen Krankheiten zu leiden sowie zählbare Stoffwechsel- und Leber-Benefits. Voraussetzung dafür, nach einigen Studien, ist ein verhältnismäßig moderater Konsum von täglich drei bis vier Tassen.


Doch was eine neue Studie nun nahe legt, geht noch darüber hinaus. Denn die im Fachmagazin JAMA veröffentliche Arbeit bringt Koffein im Allgemeinen und Kaffee im Speziellen in Zusammenhang mit einem deutlich geringerem Demenzrisiko. Die Ergebnisse basieren auf Daten von mehr als 131.000 Teilnehmenden, sind also durchaus aussagekräftig. Die Tatsache, dass es sich bei der medizinischen Zeitschrift um eine der meistgelesenen der Welt handelt, unterstreicht die Bedeutung der Studie. Höherer Kaffeekonsum steht in Verbindung mit einem um 18 Prozent niedrigeren Demenzrisiko im Vergleich zu geringem oder keinem Kaffeekonsum. Zentrale Rolle dabei scheint das Koffein zu spielen.
„Derartige Studien sind wichtig, weil sie zeigen, wie alltägliche Gewohnheiten mit der Gehirngesundheit zusammenhängen können. Für eine wirksame Demenzprävention bleibt jedoch ein insgesamt gesunder Lebensstil entscheidend – insbesondere regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbasierte Ernährung.“
Univ.-Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler, Vorstand des Vorsorgemedizinischen Instituts SIPCAN
Was bedeutet das für die Zukunft?
Einerseits dürfen wir also ruhigen Gewissens weiterhin auf die Wirkung des schwarzen Goldes vertrauen. Idealerweise ohne Zusätze von Milch oder Zucker – doch dies nur am Rande. Andererseits sind diese Resultate auch aus der Perspektive der allgemeinen Gesundheitsvorsorge beachtlich. Denn koffeinhaltige Getränke könnten künftig eine weitere wichtige Säule für gesundes Altern darstellen. Und noch dazu eine, die in Form von Kaffee auch wirklich schmeckt.