Die “Insel des ewigen Frühlings” zählt zu den beliebtesten Wanderdestinationen in ganz Europa. Ganzjährig milde Temperaturen und die üppige Vegetation sind die Hauptgründe dafür. Dazu kommt, dass man auf Madeira mit Meerblick marschieren kann. Den steigenden Gästezahlen trägt man nun Rechnung, indem man ein neues Gebühren- und Reservierungssystem auf der Insel einführte. Dass Wandern auf Madeira 2026 nun etwas kosten soll, ist Teil des Naturschutzprogramms der Insel.
Warum muss man auf Madeira Wanderwege reservieren?
Das Instituto das Florestas e Conservação da Natureza (IFCN) führte eine Studie zur Aufnahmekapazität der Wanderwege durch. Die Erkenntnis: Nicht alle Wanderwege haben genügend Kapazität für den Andrang an Besuchenden. Darunter leidet die Natur. Um sie besser zu schützen, Besuchendenströme besser zu lenken, die Sicherheit zu erhöhen und das Wandererlebnis aufzuwerten, werden künftig Gebühren fällig. Sie sollen dazu beitragen, die Wanderwege zu erhalten, das Abfallmanagement und Sicherheitsvorkehrungen zu unterstützen. Um punktuelle Überlastungen zu vermeiden, bucht man ab 2026 fürs Wandern auf Madeira 30-minütige Zeitfenster.


So sollen sich die Aktivitäten auf den ganzen Tag und auf alle Wanderwege gleichmäßiger verteilen. Während man unterwegs ist, herrscht Ruhe auf den Wegen. So soll man die Natur besser erleben können. Um losmarschieren zu können, muss man sich seit Januar auf der Plattform SIMplifica registrieren und dort sein Zeitfenster reservieren. Die Kosten halten sich in Grenzen: Wer zum Beispiel mit einem zertifizierten Anbieter mit IFCN-Kooperationsabkommen unterwegs ist, bezahlt € 3,– pro Wanderung, ansonsten sind € 4,50 fällig. Zusätzlich gibt es Kombi-, Tages- und Mehrtagestickets. Wichtig: Registrieren muss man sich auch, wenn man gebührenbefreit (Einheimische, Kinder) ist.
Wanderwege reservieren auf Madeira
Ist das Wetter schlecht oder gibt es vom IFCN beschlossene Einschränkungen, kann man umbuchen oder den bezahlten Beitrag zurückerstattet bekommen. Kurzfristig einfach so die Wanderschuhe schnüren? Geht nur dann, wenn es entsprechende Kapazitäten gibt. Eine Ausnahme ist der Höhenwanderweg PR1 – Vereda do Areeiro. Die besonders beliebte und anspruchsvolle Route ist derzeit wegen Instandsetzungsarbeiten geschlossen. Im April 2026 soll er wieder begehbar sein.


Für sie wird dann mit Touranbieter ein Betrag von € 7,– pro Person fällig, Individualwanderer bezahlen € 10,50. Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen, doch Schätzungen gehen von bis zu 100.000 Wandernden allein auf dieser Route pro Jahr aus. Nicht alle Besuchenden sind restlos von diesem neuen System überzeugt. “Die Natur gehört allen” und “Geldmacherei” sind Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder fallen. Dass Eintrittsgelder auf Besucherströme aber wenig Eindruck machen, zeigt sich am Beispiel Venedigs und Hallstatts ganz gut. Was sich ändert ist nur, dass mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die Folgen des Overtourism zu minimieren.